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Liebe LIBERTAS-Förderpartner, liebe Interessierte,

wir leben in Zeiten, in denen die Stimmen immer lauter werden, die aus (vermeintlich) guten Gründen die Abschaffung des Bargeldes fordern und auch, gerade im Bankensektor und Staatswesen aktiv fördern.

Als gute Argumente für eine „bargeldlose Gesellschaft“ werden in der Regel u.a. enorme Kosteneinsparungen, Bekämpfung verschiedener Formen von Kriminalität (Drogen- und Waffenhandel, illegale Prostitution, Diebstahl usw.) ins Feld geführt.

Zugegeben, die bargeldlose Zahlung ist schnell, bequem und auch einfach zu handhaben.

Bei genauerem Hinsehen würde die Abschaffung des Bargeldes gerade für den Endverbraucher und einfachen Bürger insbesondere in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen einige „unerwünschte Nebenwirkungen“ haben.

Fallbeispiel Schweden:

Schweden ist einer der Vorreiter, wenn es um bargeldlosen Zahlungsverkehr geht.

Seit einiger Zeit sind viele Medien voll von Erzählungen und Berichten über Schweden, dass man in diesem Land bereits die kleinsten Beträge mit Karte bezahlen kann. In der Tat ist Schweden eines der Länder mit der niedrigsten Cashquote.

Bargeld ist ja auch irgendwie unpraktisch: Das fehlende Kleingeld, über das sich der Verkäufer beklagt - "haben Sie es nicht passend?" (während die Schlange an der Kasse immer länger wird), das von der Barschaft ausgebeulte Portemonnaie und das vollkommen unwirtschaftliche System der Geldtransporte.

Die Kehrseite der Medaille:

Viele Geschäfte in Schweden akzeptieren schlichtweg keine Münzen und Scheine mehr - aus Kostengründen. Für die Zentralbank ist das ein Problem. Immerhin ist die schwedische Krone (noch) gesetzliches Zahlungsmittel und muss als solches auch überall akzeptiert werden.

Manche Bürger ohne Bankkonto sind durch die Entwicklung gar vom wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen. Eine andere von den meisten Schweden offensichtlich ignorierte Gefahr einer bargeldlosen Gesellschaft ist die Abhängigkeit vom privaten Bankensektor, in die sich die Bürger begeben.

Der Grund: Bargeld ist die einzige Form von Zentralbankgeld, die normale Bürger halten dürfen. Das Geld auf dem Girokonto ist dagegen Buchgeld, auf das der Zugriff verloren geht, wenn die Bank pleite geht. Die griechischen Bürger haben diesen Unterschied zwischen Bargeld und Buchgeld schmerzhaft erfahren müssen, als 2015 Bankabhebungen massiv eingeschränkt wurden, um den vollständigen Zusammenbruch des Bankensektors zu verhindern.

Fazit: Im Krisenfall kann jedem Bürger sehr schnell der Zugriff auf sein Buchgeld ganz oder teilweise entzogen werden.

Wohl dem, der in diesen Zeiten auf Bargeldreserven zurückgreifen kann.

Was aber, wenn es kein Bargeld mehr gibt …?

Leben in einer bargeldlosen Gesellschaft:

Alle werden geradezu zwangsläufig zum „gläsernen Bürgern“.

Jede noch so kleine Transaktion wird registriert, gespeichert und der betreffenden Person zugeordnet, was die Möglichkeit eröffnet für jeden Bürger ein umfassendes, sehr präzises Persönlichkeitsprofil zu erstellen (z.B. über Einkaufsverhalten, Vorlieben + Neigungen, politische Einstellung, religiöse Überzeugung, Gesundheitszustand usw.). „Big Brother“ lässt grüßen

Privates wird in gewisser Hinsicht gar nicht mehr so privat sein!

So wird es z.B. einer Großmutter nicht mehr möglich sein, Ihrem Enkel unbemerkt ein Geldgeschenk zu machen. Irgendeine andere Institution (Banken, Staat, Bezahldienste usw.). wissen Bescheid.

Auch kleinere Privatdarlehen zwischen Familienangehörigen (Beispiel: Die Tante leiht dem Enkel 3.000,- € für den Kauf eines Autos) werden ihren „diskreten Charakter verlieren.

Ja, selbst die Höhe der wöchentlichen oder monatlichen Taschengeldauszahlung an die Kinder wird den betreffenden Finanzdienstleistern bis ins Kleinste bekannt sein.

Für mich ein Szenario zum Gruseln, da wieder ein Stück Bürgerfreiheit und Intimsphäre dem sogenannten „Fortschritt“ zum Opfer fallen würde.

 

Manche Menschen verlieren ohne Bargeld die Kontrolle über ihre Finanzen!

Bei LIBERTAS haben wir es regelmäßig mit Mandanten zu tun, die große Probleme im Umgang mit bargeldlosem Zahlungsverkehr (Kreditkarten, Bankkarten, PayPal usw.) haben und nicht zuletzt auch dadurch finanzielle Probleme und Verschuldung geraten sind.

Diese Menschen verlieren oft schlichtweg den Überblick, wieviel Geld sie ausgeben können und wieviel sie bereits ausgegeben haben.

Um besser mit Geld umgehen zu können, hat es sich bei LIBERTAS bewährt, den einen oder anderen Mandanten so gut es geht wieder auf Barzahlung „umzustellen“ und gemeinsamen einen wöchentlichen oder monatlichen Budgetplan zu erstellen.

Der Grund hierfür ist einfach der, dass man bei jedem Bezahlvorgang in bar einen Blick ins Portemonnaie werfen muss und mit eigenen Augen sehen kann, dass das darin befindliche Geld bei jedem Einkauf weniger wird.

Klingt zwar komisch – ist aber so!

Fazit

Mir ist nicht daran gelegen, jeglichen bargeldlosen Zahlungsverkehr zu verteufeln.

Der hat ganz sicher auch seine guten Seiten und ist durchaus eine ausgesprochen praktische Angelegenheit.

Als freier Bürger dieses Landes hätte ich jedoch gerne die Wahl, auf welche Weise ich bezahlen will (bar oder unbar) und wieviel Intimsphäre ich bereit bin aufzugeben – und das bei jeder einzelnen Transaktion!

Wir alle sollten sehr wachsam sein, wohin die Reise in Zukunft geht und dafür eintreten, dass es auch im Bereich der Finanzen eine „gute Zukunft“ sein wird.

Es grüßt Sie herzlich, auch im Namen aller LIBERTAS-Mitarbeiter

 

Armin Schlosser

(Schatzmeister)